Zusammenfassung (Executive Summary)
IT-Finanzsteuerung mit Technology Business Management (TBM)
Technology Business Management (TBM) schließt die Lücke zwischen IT und Finance. Der internationale Standard übersetzt technische Ressourcen in betriebswirtschaftliche Fakten, um IT-Kosten transparent, verursachungsgerecht und nachvollziehbar zu steuern.
- Gemeinsame Sprache: TBM verbindet IT-Ressourcen und Controlling über eine einheitliche Taxonomie.
- Praxisgeprüfte Methodik: Die TBM-Practitioner-Zertifizierung garantiert die fehlerfreie Konzeption realer Kostenmodelle.
- Transparente Allokation: Ermöglicht datenbasierte Leistungsverrechnung (Showback/Chargeback) von der Ressource bis zum Fachbereich.
- Automatisierte Umsetzung: Werkzeuge wie Serve & Charge überführen die Methodik direkt in die tägliche Controlling-Praxis.
Was ist Technology Business Management und wie verbindet es IT und Finance?
Warum reine Finanzzahlen oder reine IT-KPIs nicht ausreichen und wie TBM dabei hilft, IT-Kosten betriebswirtschaftlich und nachvollziehbar zu steuern
Um unsere Kunden bei der Transformation von der IT-Kostenstelle zum transparenten Service-Provider noch gezielter zu unterstützen, setzen wir auf praxiserprobte Methodik. Wir gratulieren unserer Beraterin Louisa Beiderbeck zur erfolgreichen Zertifizierung als TBM Practitioner und zeigen in diesem Beitrag, wie dieses methodische Fundament direkt in die IT-Finanzsteuerung einfließt.
IT sieht Ressourcen, Finance sieht Kosten. Das Grundproblem der IT-Finanzsteuerung.
In vielen Unternehmen laufen IT und Finance nebeneinanderher. Die IT weiß genau, welche Server, Lizenzen und Cloud-Ressourcen im Einsatz sind. Das Controlling sieht primär die Gesamtsummen auf den Rechnungen. Die beiden Perspektiven lassen sich schwer vereinen, weil eine gemeinsame methodische Übersetzungssprache fehlt.
Technology Business Management (TBM) bietet hier den methodischen Rahmen, der technische Ressourcen, Finanzdaten und Geschäftsprozesse systematisch zusammenführt.
Der TBM Practitioner. Geprüfte Methodik für die Kostenarchitektur.
Damit dieser Rahmen nicht in der Theorie verhaftet bleibt, hat der TBM Council mit dem TBM Practitioner eine Zertifizierung geschaffen, die auf die Anwendungspraxis ausgerichtet ist.
Dabei unterscheidet der TBM Council bei seinen Zertifizierungen zwischen theoretischem Grundwissen und der tatsächlichen Umsetzungskompetenz. Während der frühere Standard CTBME (Certified Technology Business Management Executive) primär das Begriffswissen abfragte, prüft der TBM Practitioner die angewandte Konzeption. Das Format stellt sicher, dass Absolventen eine TBM-Kostenstruktur für reale Unternehmensverhältnisse methodisch sauber aufsetzen, anpassen und steuern können.
Wer den TBM Practitioner erfolgreich absolviert, hat sich intensiv mit dem Kern von TBM auseinandergesetzt, dem strukturierten Aufbau eines Kostenmodells entlang der TBM-Taxonomie. Dies geht von Cost Pools über Resource Towers und Solutions bis hin zu den Consumern, also den Fachbereichen und Geschäftsprozessen, die am Ende die Kosten tragen.
Die Kosten-Lieferkette transparent machen
Man kann sich dieses Modell wie eine klassische Lieferkette für IT-Kosten vorstellen:
- Die Rohstoffe: Primäre Finanzdaten wie Gehälter, Lizenzen oder Rechenzentrumskosten (Cost Pools).
- Die Bauteile: Technische IT-Infrastruktur wie Server, Storage oder Netzwerke (Resource Towers).
- Die Produkte: Fertige Lösungen, wie ein E-Mail- oder CRM-System, die das Unternehmen nutzt (Solutions).
- Der Konsument: Die Fachabteilung oder der Geschäftsprozess, der das Produkt nutzt und verantwortet (Consumer).
Der Weg von der Ressource zum fertigen IT-Produkt verläuft in der Praxis selten linear. An jedem Übergang müssen bewusste Zuordnungsentscheidungen getroffen werden, etwa ob Kosten verursachungsgerecht nach tatsächlichem Verbrauch (konsumtiv) oder über einen sachgerechten Schlüssel (assumptiv) verteilt werden.
Zudem dient der iterative Modellierungsprozess dazu, unzugeordnete Kosten (Fallout-Positionen) systematisch abzubauen. Absolventen der TBM-Practitioner-Zertifizierung verstehen diesen Prozess nicht nur theoretisch, sondern beherrschen die praktische Methodik dahinter.
Der konkrete Mehrwert für die IT-Finanzsteuerung ist eine gemeinsame Sprache für IT und Controlling
Die methodische TBM-Kompetenz fließt direkt in unsere Beratung und die Umsetzung mit unserer Lösung Serve & Charge ein. Auf Basis dieses vertieften Verständnisses bringen wir die TBM-Prinzipien gezielt in Ihre IT-Finanzsteuerung ein:
- Methodisch fundiertes Showback und Chargeback: Regelkonforme Ausrichtung bestehender und neuer Projekte, für eine transparente Kostendarstellung ohne Verrechnung (Showback) oder eine Verteilung nach dem Verursacherprinzip (Chargeback) auf Basis eines etablierten Standards.
- Nachvollziehbare Verteilungsschlüssel: Eindeutige Kriterien dafür, welche Kosten verbrauchsabhängig (konsumtiv) und welche über definierte Schlüssel (assumptiv) umgelegt werden.
- Systematischer Abbau unzugeordneter Kosten: Praxisnahe Prozesse zur schrittweisen Reduzierung von Fallout-Positionen, ohne die Glaubwürdigkeit des Kostenmodells zu gefährden.
- Effizientere Abstimmungen & zielgerichtete Kommunikation: Wenn IT und Controlling dieselbe Taxonomie (Cost Pools, Resource Towers) nutzen, greifen beide Seiten auf einen einheitlichen Standard zurück. Das entlastet Abstimmungsprozesse, vereint Finanz-, Technik- und Business-Sicht und vermeidet langwierige Definitionsdiskussionen in Workshops.
Zentrale Erkenntnisse auf einen Blick
- Gemeinsamer Standard: TBM liefert die Übersetzungssprache zwischen IT und Finance und macht Kostenketten von der Ressource bis zum Fachbereich nachvollziehbar.
- Praxisgeprüfte Methodik: Der TBM Practitioner belegt die Fähigkeit, TBM-Kostenmodelle in der Praxis eigenständig aufzubauen und zu steuern.
- Saubere Allokation: Die Zuordnung von IT-Kosten verläuft iterativ und erfordert fundierte Entscheidungen bei der Wahl der Verteilungsschlüssel sowie beim Umgang mit Fallout-Positionen.
- Konkreter Kundennutzen: Die TBM-Kompetenz sichert die methodische Qualität bei der Einführung von Showback- und Chargeback-Modellen, etwa im Kontext unserer Serve & Charge Lösung.
- Schnellere Abstimmungen: Eine einheitliche Taxonomie beschleunigt die Zusammenarbeit zwischen IT, Finance und Fachbereichen spürbar.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
1. Was ist Technology Business Management (TBM)? ▼
Technology Business Management (TBM) ist ein internationaler methodischer Standard, der IT-Kosten betriebswirtschaftlich steuerbar macht. Die TBM-Taxonomie übersetzt primäre Finanzdaten (Cost Pools) über technische IT-Komponenten (Resource Towers) in verständliche Business-Services (Solutions) und ordnet diese den nutzenden Fachbereichen (Consumers) zu.
2. Welchen konkreten Nutzen bietet TBM für Unternehmen? ▼
• Transparenz: Bietet eine lückenlose Nachvollziehbarkeit der IT-Wertschöpfungskette von der einzelnen Ressource bis zum Geschäftsprozess.
• Verursachungsgerechte Verrechnung: Schafft die methodische Basis für kriteriengestütztes Showback (Kostentransparenz ohne Verrechnung) und Chargeback (Leistungsverrechnung).
• Gemeinsame Sprache: Vereint Finanz-, Technik- und Business-Sicht und beschleunigt Abstimmungsprozesse zwischen IT, Controlling und Geschäftsführung.
3. Was zeichnet die Qualifikation als TBM Practitioner aus? ▼
Der TBM Practitioner ist eine Zertifizierung des TBM Councils, die die angewandte Umsetzungskompetenz prüft. Das Zertifikat belegt die Fähigkeit, ein TBM-Kostenmodell für reale Unternehmensstrukturen eigenständig aufzusetzen, Verteilungsschlüssel festzulegen und unzugeordnete Kosten (Fallout-Positionen) systematisch zu reduzieren.
4. Benötigt TBM eine spezielle Software? ▼
TBM ist primär ein herstellerunabhängiges methodisches Framework. Für die operative Umsetzung automatisieren spezialisierte Lösungen, wie Serve & Charge, die Datenerfassung, die Allokationsregeln sowie das Reporting für Showback und Chargeback.
5. Ist TBM auch für mittelständische Unternehmen geeignet? ▼
Ja. TBM ist variabel skalierbar. Während Konzerne hochkomplexe IT-Landschaften strukturieren, nutzen mittelständische Unternehmen TBM vor allem für schnelle Kostentransparenz, fundierte Budgetentscheidungen und eine sachliche Kommunikation zwischen IT und Geschäftsführung.
6. Wie geht TBM mit unzugeordneten IT-Kosten (Fallout) um? ▼
Nicht direkt zuordenbare Kosten werden im TBM-Modell als sogenannte Fallout-Positionen transparent ausgewiesen. In einem iterativen Modellierungsprozess werden diese Positionen durch die schrittweise Verfeinerung von Verteilungsschlüsseln (konsumtiv oder assumptiv) systematisch reduziert.
7. Wie unterscheiden sich TBM und ITIL? ▼
Während ITIL den Schwerpunkt auf das operative IT-Service-Management und Prozessabläufe legt, fokussiert sich TBM ausschließlich auf die betriebswirtschaftliche Finanzsteuerung und die Wertschöpfungslogik der IT.
8. Was ist der erste Schritt zur Einführung von TBM? ▼
Der Einstieg erfolgt über die Bestandsaufnahme vorhandener Finanz- und IT-Asset-Daten sowie die Definition der Kern-IT-Services. In der Regel wird zuerst ein vereinfachtes Showback-Modell aufgebaut, um Akzeptanz bei den Fachbereichen zu schaffen, bevor eine direkte Leistungsverrechnung (Chargeback) eingeführt wird.
9. Wie lange dauert es, bis TBM echten Nutzen zeigt? ▼
Mit dem "Sprint to Showback"-Ansatz zeigt TBM bereits nach 30–60 Tagen erste sichtbare Ergebnisse: Kostentransparenz und eine erste Showback-Zuordnung lassen sich mit vorhandenen Daten schnell aufbauen. Die tiefere Steuerungswirkung reift dann über die folgenden 6–18 Monate, aber der schnelle Showback-Erfolg schafft früh sichtbaren Mehrwert und Akzeptanz bei CIOs und IT-Controllern.