Automatisiertes Onboarding im Enterprise Service Management

ALBA – Standardisiertes und automatisiertes Onboarding und Offboarding

Executive Summary:

Anforderung: Über 5.900 Mitarbeitende, manuelle Prozesse über diverse Systeme hinweg, lange Wartezeiten, Datenschutzrisiken und laufende Kosten für ungenutzte Lizenzen bei unserem Kunden ALBA. 

Lösung: ALBA implementierte ein vollständig automatisiertes Onboarding und Offboarding auf Basis von Matrix42 und SAP HR, inklusive entkoppelter Onboarding-Workflows und eines revisionssicheren, DSGVO-konformen Offboardings.

Das Unternehmen: ALBA- Wir sind die Zukunft

Gegründet im Jahr 1968, zählt ALBA zu den europaweit führenden Unternehmen in den Bereichen Recycling, Umweltdienstleistungen und Rohstoffversorgung. Mit rund 5.900 Mitarbeiter*innen an über 120 Standorten agiert das Unternehmen in einer Branche, die als Kritische Infrastruktur (Kritis) höchsten Sicherheitsanforderungen unterliegt. Entsprechend haben der Schutz der IT-Systeme und maximale Compliance hier oberste Priorität.

Die Ausgangslage: Manuelles On-& Offboarding über mehrere Systeme hinweg​

Mit über 5.900 Beschäftigten und einer hohen Fluktuation lief das On- und Offboarding bei ALBA bisher überwiegend manuell ab. Die fragmentierte Systemlandschaft führte zu spürbaren Reibungspunkten:

  • Inkonsistente Daten: Fehlende Echtzeit-Synchronisation zwischen HR- und IT-Systemen.

  • Verzögerte Bereitstellung: Langwierige, benutzerabhängige Workflows sorgten dafür, dass Arbeitsplätze zum Start oft unvollständig waren.

  • Sicherheitsrisiken & Compliance-Lücken: Zu lange Vorhaltung von Zugriffsberechtigungen nach Mitarbeiter-Austritten.

  • Finanzielle Ineffizienz: Laufende Kosten für ungenutzte Software-Lizenzen.

Zielsetzung: Automatisierte und komfortable Bereitstellung zentraler Services​

Oberstes Ziel war es, die Bereitstellung zentraler Services für die Mitarbeitenden so komfortabel wie möglich zu gestalten. Gleichzeitig musste die IT-Abteilung  nachhaltig entlastet, Kosten eingespart und eine durchgängige Compliance sichergestellt werden.

Projektziele

Onboarding-Ziele

  • ✓
    Zeitersparnis & Standardisierung Bereitstellung eines vollständigen Arbeitsplatzes innerhalb von maximal 5 Tagen.
  • ✓
    Entkoppelte Workflows Vorkonfiguration von Infrastruktur unabhängig vom konkreten Personaldatensatz.
  • ✓
    Automatisierte Synchronisation Durchgängige Prozesse von der Stellenausschreibung bis zum Eintritt.

Offboarding-Ziele

  • ✓
    Prozess-Sicherheit Verlässliche, automatisierte zeitliche und organisatorische Abläufe beim Austritt.
  • ✓
    Lizenzkosten-Optimierung Sofortige Stornierung und Einsparung ungenutzter Lizenzen.
  • ✓
    Audit-Readiness Nahtlose Bereitstellung von Reports für den Datenschutzbeauftragten (DSB) auf Knopfdruck.

Die Lösung: Ein neuer ITSM-Prozess​

mit Matrix42, SAP HR und einem automatisierten Ablauf durch ein MAM (Mitarbeiter-Anpassungs-Management)

Das parallele Onboarding zur Qualitäts- und Sicherheitssteigerung

Die ITSM-Lösung wurde direkt mit dem SAP-HR-System verknüpft und ein automatisiertes Onboarding in zwei parallel laufende Pfade unterteilt:

  1. Der benutzerunabhängige Prozess (Logistik & Vorbereitung): Dieser startet bereits bei Freigabe der Stellenausschreibung. Wir stellen ein standardisiertes „Starter-Bundle“ zusammen, das unabhängig von der konkreten Person versendet werden kann. So ist der Arbeitsplatz pünktlich fertig.

  2. Der benutzerbezogene Prozess (Digitale Identität): Sobald die Personalien im SAP-HR-System erfasst sind, erstellen wir automatisch das Benutzerkonto. Direkt im Anschluss folgen Tasks wie Mailboxen, Software-Services und Berechtigungen.

Durch diese Kombination stellen wir einen kompletten Arbeitsplatz innerhalb von nur 5 Tagen bereit.

Grafik zum parallel verlaufenden Onboarding-Prozess: Links der benutzerunabhängige Weg mit Onboarding-Bundle und Hardware-Versand, rechts der benutzerbezogene Weg via SAP HR für Konten und Berechtigungen.
Das Prinzip des parallel verlaufenden Onboardings: Trennung von logistischer Arbeitsplatzvorbereitung und personenbezogener IT-Bereitstellung.

Vollautomatisiertes und DSGVO-konformes Offboarding

Das Offboarding wurde ebenfalls komplett automatisiert. Der gesamte Rückbau wird durch das in SAP hinterlegte Austrittsdatum ausgelöst:

  • Am Tag des Austritts: Sofortige Deaktivierung des Active-Directory-Kontos (AD-Konto) und Stornierung aktiver Services.

  • Nach 30 Tagen: Automatische Leerung von Postfächern und Entfernung der Service-Buchungen.

  • Nach 60 Tagen: Revisionssichere und vollständig dokumentierte Löschung des E-Mail-Archivs.

Die Abläufe laufen nun komplett ohne manuelle Eingriffe ab und können jederzeit über ein Reporting-Modul ausgewertet werden. So wird sichergestellt, dass keine Zugriffsrechte versehentlich bestehen bleiben und Datenschutzvorgaben lückenlos eingehalten werden.

Die technischen Highlights

  • Ereignisgesteuerte Automatisierung: Direkte Prozessinitialisierung über SAP-Datenänderungen (z. B. Eintritt/Austritt).

  • Flexible Steuerung: Manuelle Auslösemöglichkeit für Abteilungsleiter in Sonderfällen.

  • Zentrale ITSM-Integration: Nahtlose Einbindung in die Matrix42- / MAM12-Umgebung von ALBA.

  • Zero-Code-Konfiguration: Zentrale Konfiguration ohne aufwendige Programmierung.

Ähnliche Herausforderungen im Employee Lifecycle?

Jedes Unternehmen besitzt individuelle Anforderungsprofile und Systemlandschaften. Ein unverbindlicher Austausch bietet Raum, bestehende Abläufe zu analysieren und Potenziale für eine schlanke, automatisierte Prozesslandschaft zu identifizieren.

Fazit und Mehrwerte

Durch die erfolgreiche Einführung des automatisierten On- und Offboarding-Prozesses werden Arbeitsplätze deutlich schneller bereitgestellt, DSGVO- und Auditvorgaben strikt eingehalten und die IT von fehleranfälligen Routineaufgaben entlastet.

Unnötige Lizenzkosten wurden gestrichen, und das Team vor Ort hat nun neue Kapazitäten für wertschöpfende Aufgaben frei.

Häufig gestellte Fragen zum automatisierten On- und Offboarding

Was genau unterscheidet den neuen Onboarding-Prozess vom bisherigen Ablauf?
Der wesentliche Unterschied liegt in der Entkopplung der Abläufe: Der logistische Vorlauf (z. B. Arbeitsplatzvorbereitung, Starterkits) startet benutzerunabhängig bereits bei Veröffentlichung der Stellenausschreibung. Der benutzerbezogene IT-Zugriff wird erst automatisch ausgelöst, sobald die Personalien im SAP HR erfasst sind.
Warum war eine Verbesserung des On- und Offboarding-Prozesses notwendig?
Mit über 5.900 Mitarbeitenden an mehr als 120 Standorten führten manuelle Prozesse zu langen Wartezeiten, unvollständigen Arbeitsplätzen zum Arbeitsbeginn, Datenschutzrisiken nach Mitarbeiteraustritten und unnötigen Lizenzkosten für nicht mehr genutzte Zugänge.
Wie wird die DSGVO-Konformität beim Offboarding genau sichergestellt?
Das im SAP HR hinterlegte Austrittsdatum triggert einen vollautomatischen Lifecycle: Am Tag des Austritts wird das Active-Directory-Konto deaktiviert, nach 30 Tagen werden Postfächer geleert und nach 60 Tagen erfolgt die revisionssichere Löschung des E-Mail-Archivs – inklusive automatischer Dokumentation für den Datenschutzbeauftragten.
Wurde die technische Infrastruktur verändert?
Nein. Alle Hintergrundprozesse bauen auf dem bestehenden Matrix42- bzw. MAM12-System (Mitarbeiter-Anpassungs-Management) auf und nutzen das SAP-HR-System als führende Datenquelle. Die vorhandene Plattform wurde intelligent erweitert, ohne bestehende Kernsysteme ablösen zu müssen.
Welche Rolle spielt Labtagon in diesem Projekt?
Labtagon ist langjähriger Matrix42-Partner und hat die Prozessarchitektur gemeinsam mit ALBA konzipiert und umgesetzt. Als Spezialist für Enterprise Service Management brachte Labtagon die technische Expertise ein, um die Anforderungen präzise in automatisierte, skalierbare ITSM-Workflows zu übersetzen[cite: 1].
Können Prozesse bei Bedarf auch manuell gestartet werden?
Ja. Neben der automatischen Initialisierung über SAP-Datenänderungen (z. B. Eintritts- oder Austrittsdatum) können Abteilungsleiter Prozesse im Service Portal jederzeit auch manuell anstoßen, beispielsweise für externe Dienstleister.
Wie schnell steht ein neuer Arbeitsplatz zur Verfügung?
Durch die entkoppelten Workflows und die frühzeitige Bereitstellung der Hardware-Bundles steht ein komplett einsatzbereiter Arbeitsplatz inklusive aller digitalen Berechtigungen innerhalb von maximal 5 Tagen zur Verfügung.
Was unterscheidet diesen Ansatz von klassischen IT-Automatisierungsprojekten?
Klassische Projekte sind oft mit aufwendigen Individualprogrammierungen verbunden. Unsere Lösung nutzt die vorhandene Plattform und ihre Schnittstellen voll aus, ohne das Bestehende zu ersetzen. Das reduziert Risiken, schützt bestehende Investitionen und erzeugt schnell sichtbaren Mehrwert sowie durchgängige Compliance.

Weiterer Praxiseinblick

Neben der reinen Prozessautomatisierung spielt auch die Benutzerführung im Self-Service eine zentrale Rolle. Die Case Study zum dynamischen Service Konfigurator veranschaulicht, wie Bestellprozesse im Matrix42-Portal intuitiv und fehlerfrei gestaltet werden können.